"Neue Mitte" für Drolshagen?
GreenArt baut das Labyrinth - Symbol des Wegs zum Mittelpunkt
Das Wichtigste vorweg: Das Labyrinth haben wir so weit fertig gestellt, dass es begehbar ist. Und wir sind schon Probe gelaufen... Tatsächlich führt der Pfad vom Eingang zum Ziel. Eine kleine Konzentrationsschwäche beim Bau hätte genügt und der Weg wäre vielleicht in eine Endlosschleife gelaufen, so dass kein Besucher je das Zentrum erreicht hätte.
Darüber hinaus konnten wir beruhigt feststellen, dass kein Mitarbeiter beim Bau verloren gegangen ist!
Wenn Sie nun selbst einmal das Labyrinth besuchen möchten: Sie finden es auf einer Wiese oberhalb von Drolshagen - Stupperhof (von Drolshagen in Richtung Benolpe und dann direkt rechts ab).
Schon während der Bauarbeiten wurde uns eine Vielzahl von schwierigen Fragen gestellt, die wir Ihnen auf dieser Seite beantworten möchten.
Was ist ein Labyrinth?
Ein Labyrinth ist ein Gebilde, in dem ein Weg von einem Eingang aus über möglichst viele Umwege zu einem Zentrum führt - und von dort auf derselben Linie wieder zurück.
Ob Sie dieser Route nun mit dem Bleistift auf dem Papier folgen oder zu Fuß auf der Wiese - das sind nur unterschiedliche Varianten desselben Prinzips.
Ein Labyrinth im klassischen Sinne sollte nicht mit einem Irrgarten verwechselt werden. In einem Irrgarten nämlich führen zahlreiche verwirrende Abzweige in Schleifen und Sackgassen, so dass man sich tatsächlich verlaufen könnte und möglicherweise nie das Ziel erreicht.
Anders beim Labyrinth: Wer nur beharrlich seinen Weg verfolgt, wird früher oder später das Ziel erreichen. Und damit sind wir auch schon beim nächsten Thema...
Die Symbolik des Labyrinths
Einem Weg auf möglichst vielen Umwegen zu einem nicht näher definierten Ziel zu folgen, wäre ja an sich nicht besonders reizvoll, wenn es uns nicht an so viele andere Dinge im Leben erinnern würde:
Zum Beispiel den Lebensweg selbst. Oder an die Suche nach dem eigenen Ich: Wer bin ich? Was sind meine Werte, was sind meine Ziele?
Ganz im christlichen Sinne erinnert das Labyrinth an die Umkehr, die immer wieder neue Zuwendung zum Glauben.
Das Labyrinth will uns zeigen: Wer mutig seinen Weg geht, wird sein Ziel erreichen. Und wer von dort zurückkehrt, ist um eine Erfahrung reicher.
So bleibt es jedem selbst überlassen, was genau er im Drolshagener Labyrinth findet: einen Ort der Meditation oder einfach eine andere Art von Spaziergang.
Der Ursprung des Labyrinths
Das Labyrinth als Symbol ist in verschiedenen Kulturen schon seit Tausenden von Jahren zu finden. Über den Ursprung gibt es unterschiedliche Geschichten. Sicher möchten Sie nur die interessanteste hören:
Es war einmal im alten Griechenland... König Minos von Kreta bat den Gott des Meeres um ein Geschenk. Dieser sandte ihm einen prächtigen Stier mit der Bedingung, ihm diesen wiederum zu opfern. Minos jedoch war so angetan von dem Stier, dass er gar nicht daran dachte ihn zu töten.
Es muss wohl ein Fluch gewesen sein, der dann dazu führte, dass sich die Frau des Minos in den Stier verliebte und den Erfinder Daedalos beauftragte, eine Kuh-Verkleidung für sie zu bauen, damit sie sich mit dem Stier vereinigen könne. In der Folge gebar sie ein Wesen, das einen Menschenkörper und einen Stierkopf hatte: den Minotauros.
König Minos traute sich nicht diese Bestie zu vernichten aus Furcht noch weiteres Unheil heraufzubeschwören. Er wies den Daedalos an, ein Gefängnis für den Minotauros zu bauen, und so schuf Daedalos das erste Labyrinth. Das lange Netz von Gängen sollte den Minotauros davon abhalten, in die Freiheit zu gelangen.

Die Athener, die kürzlich besiegt worden waren, wurden dazu verpflichtet, regelmäßig sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen auszuliefern, die in das Labyrinth geschickt wurden - dem Minotauros zum Fraß.
Eines Tages befand sich unter den Jünglingen der mutige Athener Königssohn Theseus. Bevor er ins Labyrinth geschickt wurde, hatte er mit Ariadne, der hübschen Tochter von Minos, geflirtet. Diese hatte ihm daraufhin ein Schwert zugesteckt und den berühmten "Ariadnefaden", der es ihm erleichtern sollte, den Weg wieder aus dem Labyrinth heraus zu finden.
Theseus erschlug den Minotauros, entkam aus dem Labyrinth und nahm Ariadne mit sich (nur um sie später auf einer einsamen Insel zurückzulassen).
Daedalos übrigens lebte später noch viele Jahre in Sizilien und entwickelte zahlreiche weitere Erfindungen für den dortigen König. Aber das Labyrinth ist sicherlich die bekannteste.
Wie sieht das Drolshagener Labyrinth aus?
Hier handelt es sich um ein "Heckenlabyrinth". Konkret besteht es aus Schotterwegen mit Naturstein-Einfassungen, die durch Rotbuchenhecken voneinander getrennt werden.

So ergibt sich ein rund 350 Meter langer Pfad auf einer kreisförmigen Fläche von nur 28 Metern Durchmesser. Das Zentrum wird siebenmal umrundet, bevor man es erreicht.
In seiner Struktur entspricht das Drolshagener Labyrinth den christlichen Labyrinthen, die man in einigen gotischen Kathedralen als Fußbodenmosaik findet. Eine Besonderheit dieses Typs ist, dass der Weg sich an den Achsen eines Kreuzes jeweils um 180 Grad wendet.
Traditionell wurden Labyrinthe gern nach Westen ausgerichtet. Wir haben den Ein- und Ausgang im Osten platziert, denn der Osten ist die Richtung des Sonnenaufgangs und steht damit für den Neuanfang. Bemerkenswert ist ferner, dass man beim Verlassen des Labyrinths exakt auf die Drolshagener Kirche zu läuft. (Wer dieser Richtung weiter folgt, gelangt jedoch zunächst in den Irrgarten des Drolshagener Straßennetzes...)
Wer hat das Labyrinth gebaut - und wofür?
Das Labyrinthprojekt wurde vom Drolshagener Heimatverein in Zusammenarbeit mit Drolshagen Marketing und der Stadt Drolshagen realisiert. Die Firma GreenArt wurde mit den Bauarbeiten beauftragt und hat die Detailplanung gemacht.
Für den Bau den Labyrinths gibt es gute Gründe: Die Drolshagener haben jetzt ein Labyrinth direkt vor der Tür. Und alle anderen haben einen Grund mehr, nach Drolshagen zu kommen!