Ein Königreich
für Pinguine
Mit dem Militärjet ins Naturparadies
Zwei Tornado-Abfangjäger hängen förmlich an den Tragflächen der Boeing 747, als das Passagierflugzeug der Royal Airforce sich dem Militärflughafen von Mount Pleasant nähert. Mit an Bord: Prinzessin Anne und Mirko Fallak.
Die Falklandinseln liegen im Südatlantik rund 600 km östlich von Feuerland. Im Falklandkrieg von 1982 wurden sie von Großbritannien gegen Argentinien verteidigt. Obwohl schon seit 25 Jahren Frieden herrscht, ist es nicht gerade üblich, die Inseln als Tourist zu bereisen. Die einzige Flugverbindung von Europa bildet die "South Atlantic airbridge" der britischen Luftwaffe.
Während Ihre Königliche Hoheit in die Antarktis weiterreist, schultert Mirko Fallak seinen Rucksack, um für mehrere Wochen das karge stürmische Hinterland der Falklandinseln zu erkunden. Nur wenige hundert Siedler leben hier auf einer Fläche fast zwanzigmal so groß wie der Kreis Olpe.

Ein Klima, in dem die Temperaturen auch im Hochsommer kaum über zehn Grad steigen, und eine baumlose von Stürmen gebeutelte Landschaft machen das Zelten in freier Natur zu einer gewissen Herausforderung. Dafür erwarten den ambitionierten Wanderer einzigartige Begegnungen mit Pinguinen, Albatrossen, Seeelefanten und dem höchst gastfreundlichen "Falkland Islander".
Besonders beeindruckende Erfahrungen machte Mirko Fallak auf einer der kleinen vorgelagerten Inseln: Saunders Island gehört der dort ansässigen Farmerfamilie, die es ihm gestattete, in einer siebentägigen Wanderung auch die schwer zugänglichen Landstriche der Insel zu erkunden. Ein Erlebnis wie aus einer anderen Welt: Einmal oben auf den Klippen sitzen und einem Albatross über die Schulter schauen. Die Riesenvögel mit rund drei Metern Spannweite zeigen nicht die geringste Scheu. Ebenso ungestört fühlen sich die Rockhopper-Pinguine, die man aus nächster Nähe beim Zanken beobachten kann. Der gesamte Boden scheint durchzogen von Erdhöhlen, aus denen Magellan-Pinguine interessiert die Köpfe recken. Der Falklandkarakara, einer der seltensten Greifvögel der Welt, zeigt sich geradezu aufdringlich und untersucht gern mal einen abgelegten Rucksack.
Eine ständig wechselnde Kulisse für dieses Naturtheater bildet das wilde Wetter der subantarktischen Breiten: Innerhalb weniger Stunden kann sich gespenstischer Nebel zu herrlichem Sonnenschein wandeln, gefolgt von brutalen Regenstürmen.

Als Mirko Fallak nach einer Woche zu dem einsamen Bauernhof zurückkehrte, erklärte sich der Farmer bereit, ihn mit seinem Boot an dem gegenüberliegenden verlassenen Küstenstreifen abzusetzen, von wo aus "nur noch" dreißig Kilometer querfeldein bis zur nächsten Farm zu laufen waren. Auch dort wieder wurde der Rucksackwanderer wie ein Mitglied der Familie aufgenommen.
Wer nun vermutet, dass die Falkländer noch hinterm Mond leben, der sollte wissen, dass die höchst interessierten Gastgeber für den Rest des Abends die GreenArt-Internetseite studierten!